In unregelmäßiger Folge bieten wir Ausflüge, künstlerische Veranstaltungen und Vorträge an. Diese finden Sie unter "Veranstaltungen".

Stadtführung  am Dienstag, 15. Februar 2022 um 18 Uhr

Zum Jubiläumsjahr "1700 Jahre jüdisches Leben" bieten wir eine Stattführung in Trier an: "Juden in Trier von der Antike bis zum Mittelalter". René Richtscheid und Christoph Cluse erzählen und beantworten Fragen. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Café Basilika; die Führung endet am mittelalterlichen Judenviertel (zwischen Simeonstraße und Stockplatz). 


 

1700 Jahre jüdisches Leben in der Moselregion
Vortrag am 5. April 2022 um 18 Uhr in der Synagoge Trier, von René Richtscheid MA
Jüdisches Leben in der Antike und im Mittelalter hatte nicht nur am Rhein, sondern auch an der Mosel einen Schwerpunkt. Die ältesten archäologischen Zeugnisse stammen aus Trier, und in Metz gründete sich die erste jüdische Gemeinde im Regnum Theutonicum. Dort befand sich auch eine der wichtigsten jüdischen Hochschulen in ganz Nordwesteuropa bis in das 19. Jh. hinein. Die reiche jüdische Kulturlandschaft an der Mosel, auch in den Kleinstädtchen und Dörfern, soll in dem Vortrag von René Richtscheid eruiert werden.


Vortrag über Samuel Hirsch am 13.12.2012

Am 13. Dezember 2012 hielt Elmar Ittenbach aus Thalfang einen Vortrag in Trier über den vielleicht berühmtesten Sohn von Thalfang: den Rabbiner, Religionsphilosophen und Reformer Dr. Samuel Hirsch (1815–1889) unter den Stichworten Religion – Toleranz – Humanität. Nach einer ausführliche n Darstellung des Lebensweges von Dr. Samuel Hirsch präsentierte Ittenbach dessen Denken in zehn „Thesen":

  • Religion und Religiosität gehören zum tiefsten Wesen des Menschen.
  • Die Vorstellung von einem einzigen Gott ist untrennbar mit dem Judentum verbunden.
  • Das Judentum muss diesen Glauben für alle Zeiten bewahren und weitertragen.
  • Das Judentum ist keine „überholte Vorstufe" zu Christentum und Islam.
  • Die gemeinsame Aufgabe ist die Verwirklichung einer humanen Welt, in der die Gottes- und die Nächstenliebe an erster Stelle stehen.
  • Die gegenseitige Achtung und Wertschätzung ist für die „Geschwister-Religionen" unabdingbar.
  • Der menschliche Verstand ist eine Gabe Gottes, der auch zu einem tieferen Verständnis der religiösen Überlieferungen zu nutzen ist.
  • Die Lehre der Thora und der Propheten ist daher immer wieder neu zu deuten.
  • Dabei haben die überzeitlichen Moralgesetze Vorrang vor rituellen Vorschriften, die nur in ihrer Entstehungszeit von Bedeutung waren.
  • Reinheits- und Speisegebote, Kleidungs- und Kultvorschriften, die den tieferen Zugang zum Judentum in der modernen Welt behindern, haben damit ihre frühere Bedeutung verloren.

Auf einem verteilten Blatt wies der Vortragende auf ausgewählte Schriften ihn, die bei „google-books" zu lesen sind:

  • Die Religionsphilosophie der Juden (Leipzig 1842)
  • Die Messiaslehre der Juden (Leipzig 1843)
  • Das Judenthum, der christliche Staat... (Leipzig 1843)
  • Die Reform im Judenthum (Leipzig 1844)
  • Die Humanität als Religion (Trier 1854)
  • Systematischer Katechismus (Luxemburg 1856)
  • Die Lehre, die uns Moscheh anbefohlen (Philadelphia 1867)

Gottesdienstbesuche bei jüdischen Gemeinden in der Großregion (Trier, Luxembourg, Metz, Thionville) werden für Einzelpersonen regelmäßig angeboten. Für Gruppen können diese ebenfalls organisiert werden, bitte Rückmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 06571 260124